Die besten KI-Aktien im Blick: NVDA, CRM und MRVL

Zuletzt aktualisiert 27. August 2026
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KI stützt Software und Rechenzentren weiter

Die Märkte bleiben unruhig, doch die heutigen Kapitalströme zeigen in eine vertraute Richtung.

Anleger jagen künstlicher Intelligenz, Unternehmenssoftware und Rechenzentrumskapazität hinterher. Zugleich sorgen mehrere unternehmensspezifische Schocks unterhalb der großen Indizes für deutliche Unterschiede.

Damit bleiben Händlern drei klar getrennte Aufgaben: dem Momentum folgen, dauerhafte Qualitätswerte erkennen und zerbrochene Katalysatoren meiden.

Salesforce gibt den Ton in der Software vor

Salesforce (CRM) lieferte genau das Quartal, das große Anleger belohnen. Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen, und das Management hob die Prognose an.

Entscheidend ist, dass Salesforce seinen Ausblick erneut an KI-getriebene Produktivitätsgewinne knüpfte. Der Bericht hob daher die Stimmung in der gesamten Unternehmenssoftware, nicht nur bei der CRM-Aktie.

ServiceNow (NOW) hat von dieser Lesart profitiert. Die Werkzeuge zur Workflow-Automatisierung fügen sich sauber in die Erzählung von KI-Ausgaben der Unternehmen ein.

Nach der Rally ist ServiceNow allerdings kein Schnäppchen. Die Aktie handelt eher wie eine Momentum-Position als wie ein klassisches Value-Investment.

Die Zahlen von CRM liefern Rückenwind, auch wenn eine Risk-off-Wende überfüllte Software-Positionen schnell offenlegen könnte. Händler sollten NOW als schnell laufenden Chart behandeln.

Starke Zahlen mit angehobener Prognose ziehen weiter Käufer an

Okta (OKTA) übertraf die Schätzungen bei Umsatz und Gewinn und hob anschließend die Prognose an. Analysten folgten mit neuen positiven Einstufungen und höheren Kurszielen.

Der Markt für Identitätssicherheit bietet in schwächeren Konjunkturphasen einen gewissen Schutz. Unternehmen verschieben zwar Projekte, begrüßen aber selten schwächere Zugangskontrollen.

Dennoch können Kurslücken nach Zahlen im Bereich Cybersicherheit ohne Vorwarnung drehen. Dem höchsten Punkt des Eröffnungsschubs hinterherzulaufen birgt daher ein offensichtliches Risiko.

Veeva Systems (VEEV) übertraf die Erwartungen ebenfalls und hob den Ausblick an. Der Reiz unterscheidet sich jedoch deutlich vom hochtourigen Setup von Okta.

Veeva verkauft tief verankerte Software an Life-Sciences-Unternehmen. Diese Kunden tragen hohe Wechselkosten und pflegen oft lange Technologiebeziehungen.

Folglich wirkt VEEV eher wie eine geduldige institutionelle Position als wie eine Spekulation für eine einzige Sitzung. Achten Sie darauf, ob die bisherige Unterstützung hält, während Fonds ihr Engagement ausbauen.

KI braucht Infrastruktur, nicht nur Chatbots

Der KI-Trade reicht weit über glanzvolle Anwendungen hinaus. Er braucht ebenso Netzwerktechnik, Speicher, Server und Hybrid-Cloud-Systeme.

Nutanix (NTNX) meldete einen Umsatz von knapp $757 Mio. und einen bereinigten Gewinn von rund $0,60 je Aktie. Diese Zahlen lösten eine weitere Runde von Kurszielerhöhungen aus.

Nutanix steht nun fest im Trade um Hybrid-Cloud-Infrastruktur. Solange die KI-Stimmung gesund bleibt, kann diese Gruppe über mehrere Wochen anhaltende Anstiege liefern.

Starke Zahlen beseitigen jedoch nicht das Chartrisiko. Wer bereits weit gelaufene Aktien kauft, braucht eine klar definierte Marke, an der die eigene Einschätzung widerlegt ist.

Marvell Technology (MRVL) bleibt der unmittelbarere Ereignis-Trade. Anleger erwarten einen Gewinn von rund $0,93 je Aktie und einen Umsatz von $2,7 Mrd..

Die Prognose wird wichtiger sein als beide Schlagzeilenzahlen. Eine starke Nachfrage aus KI und Rechenzentren könnte die Bullen-These stärken.

Umgekehrt könnte jeder Hinweis auf Zurückhaltung der Kunden eine heftige Umkehr auslösen. Optionen können für Händler passen, die eine mögliche zweistellige Kurslücke nicht tragen wollen.

Über beiden Werten steht Nvidia (NVDA), das klarste KI-Risikobarometer des Marktes. Die jüngsten Zahlen halten die Futures auf Nasdaq und S&P 500 nach oben geneigt.

Wenn Nvidia steigt, verteilt sich Kapital häufig auf benachbarte Infrastrukturwerte. Diese Korrelation kann jedoch schmerzhaft werden, sobald Nvidia schwächelt.

Auch gute Nachrichten können auf Verkäufe treffen

Williams-Sonoma (WSM) hob nach einem soliden Quartal den Jahresausblick an. Dennoch gab die Aktie um rund 1,5 % nach.

Die Bewegung spiegelt eine vertraute Marktgewohnheit wider: gute Nachrichten nach einem starken Lauf verkaufen. Sie könnte auch eine Rotation weg von konsumsensiblen Qualitätsaktien anzeigen.

Analysten heben ihre Kursziele weiter an, und die Marken des Unternehmens bleiben stark. Dennoch können die Stimmung am Immobilienmarkt und die Zinsen den kurzfristigen Handel bestimmen.

WSM wirkt daher vor allem als Rücksetzer-Kandidat interessant. Anleger sollten zunächst abwarten, ob die Unterstützung hält und die Gewinnmitnahmen abebben.

Bloom bietet Momentum mit scharfer Kante

Bloom Energy (BE) ist im vergangenen Monat um rund 16 % gestiegen. Optimismus beim Auftragsbestand und Begeisterung für saubere Energie haben das Interesse an Brennstoffzellen wiederbelebt.

Das schafft ein kraftvolles Momentum-Setup, erhöht aber auch das Risiko abrupter Umkehrungen. Brennstoffzellen-Aktien haben wiederholt Booms geliefert, gefolgt von schmerzhaften Ausverkäufen.

Entsprechend verlangt BE kleinere Positionsgrößen und feste Ausstiegsregeln. Ein starkes Thema macht nicht jeden Einstiegskurs sinnvoll.

Drei Werte, bei denen sich das Risiko verändert hat

Celsius Holdings (CELH) steht nach einer Abstufung durch eine Bank vor einem heikleren Stimmungstest. Die Aktie hatte zuvor bereits eine spürbare Erholungsrally hingelegt.

Bricht die Unterstützung bei steigendem Volumen, könnte sich die Bewertungskompression beschleunigen. Versiegen die Verkäufe, könnten aggressive Bullen den Rückzug stattdessen als Einstiegspunkt sehen.

Vorerst ist CELH ein Wert für die Risikobeobachtung und kein automatischer Long oder Short.

Wendy’s (WEN) fiel um rund 14 %, nachdem Berichte nahelegten, dass ein Vorschlag von Trian und Peltz zur Privatisierung nicht mehr aktiv ist. Die potenzielle Übernahmeprämie verschwand.

Was bleibt, ist ein konventionelles Restaurant-Investment, abhängig von Umsätzen, Margen und der Dividende. Ohne neuen Katalysator dürfte sich die Aktie daher schwertun.

Moderna (MRNA) kündigte eine Wandelanleihe über $2 Mrd. an. Der Erlös soll die Ambitionen in der Onkologie unterstützen und den Bedarf bei den Schulden decken.

Wandelanleihen bringen kurzfristig oft Verkaufsdruck und Sorgen vor Verwässerung mit sich. Zugleich kann Arbitragetätigkeit eine weitere Quelle der Volatilität sein.

Über einen längeren Horizont ist die strategische Logik klarer. Moderna braucht Kapital, wenn das Unternehmen ein bedeutendes Onkologie-Geschäft aufbauen will.

Doch der Markt wird klinische Belege sehen wollen und nicht nur Finanzierungspläne. Bis Meilensteine eintreffen, dürfte MRNA durch die täglichen Schwankungen hindurch schwer zu halten sein.

Was auf der Kurstafel zählt

  • Momentum: NOW, OKTA, NTNX und BE hängen stark von der Trendstärke und disziplinierten Ausstiegen ab.
  • Längerfristige Qualität: VEEV und WSM verdienen Aufmerksamkeit bei geordneten Rücksetzern und bestätigter Unterstützung.
  • KI-Barometer: NVDA und MRVL können die Stimmung bei Chips, Netzwerktechnik und Rechenzentrumsinfrastruktur prägen.
  • Risikowarnungen: CELH, WEN und MRNA stehen vor veränderten Katalysatoren, nicht nur vor routinemäßiger Kursschwäche.

Der Markt bietet keinen universellen Trade. Stattdessen belohnt er Anleger, die das Tempo jeder Aktie erkennen, bevor sie Kapital einsetzen.

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