Die besten Aktien zum Kauf: Setups bei AMD, Deere und Rocket Lab

Zuletzt aktualisiert 21. August 2026
Inhaltsverzeichnis

Die Handelskarte am Freitag verengt sich auf sechs Namen

Das Tape am Freitag trägt eine einfache Warnung: Ideen gibt es reichlich, Überzeugung bleibt knapp.

Trader haben das Feld daher in drei Gruppen geteilt: handelbare Setups, spekulative Ereignisse und längerfristige Themen.

AMD, Deere, Nordson, Werewolf Therapeutics, Advance Auto Parts und Rocket Lab bieten die schärferen Setups.

Mehrere kleinere Werte liefern derweil Volatilität ohne nennenswerten fundamentalen Schutz.

AMD erhält einen frischen KI-Katalysator

Advanced Micro Devices rückte wieder in den Fokus, nachdem BMO die Coverage mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von $550 aufgenommen hat.

Die Einschätzung vom 21. August stützt sich auf das Helios-KI-System von AMD und auf Hyperscaler, die einen alternativen Lieferanten suchen.

Mit anderen Worten: Der Investmentcase beruht darauf, dass AMD zur glaubwürdigen zweiten Quelle neben Nvidia wird.

Für Trader ergeben frische Coverage, ein ambitioniertes Kursziel und hohe Liquidität eine kräftige Momentum-Mischung.

$550 ist allerdings das Szenario eines Analysten und kein Kursniveau, das der Markt rasch erreichen muss.

Nvidia bleibt übermächtig, und die Cloud-Konzerne entwickeln weiterhin eigene Chips.

Dennoch bietet AMD einen direkten Weg, um auf anhaltende Ausgaben für KI-Infrastruktur zu setzen.

Deere ruft die Talsohle in der Landtechnik aus

Deere lieferte genau die Formulierung, die langfristige Anleger von einem zyklischen Industriewert hören wollen: Das Management bezeichnete 2026 als Tiefpunkt.

Das Unternehmen meldete am 20. August einen Gewinn je Aktie von $5,10 für das dritte Geschäftsquartal.

Damit übertraf es die Konsensschätzung von rund $4,69 und hob die Prognose für den Jahresnettogewinn auf $4,75 Mrd. bis $5 Mrd. an.

Deere bietet damit ein vertrautes Zyklustief-Setup: übertroffene Erwartungen, eine angehobene Prognose und eine ausgerufene Talsohle.

Analysten haben ihre Kursziele in den Bereich um $650 angehoben und verleihen der Erholungsstory zusätzliches Gewicht.

Die Landwirte sehen sich allerdings weiterhin uneinheitlichen Rohstoffpreisen und einer zurückhaltenden Nachfrage nach Maschinen gegenüber.

Deere ist damit eine Wette auf bessere Bedingungen und kein Beleg dafür, dass diese bereits eingetreten sind.

Die leisen Zahlen von Nordson sprechen laut

Nordson fehlt der Glanz von KI-Hardware, doch die Zahlen zum dritten Quartal lieferten die sauberere Industriestory.

Der bereinigte Gewinn erreichte $3,25 je Aktie und lag damit über dem Konsens von rund $3,09.

Zudem hob Nordson die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf $3,035 Mrd. bis $3,075 Mrd. an.

Für den bereinigten Gewinn erwartet das Unternehmen nun $11,80 bis $12 je Aktie.

Ein Auftragsbestand, der rund 35 Prozent über dem Vorjahr liegt, stützt diese Ziele spürbar.

Mehrere Broker haben ihre Kursziele seither in den Bereich um $350 angehoben.

NDSN passt daher zu Dip-Käufern, die einen Beat-and-Raise-Trade mit echter operativer Visibilität suchen.

Der Wert erinnert Anleger zugleich daran, dass Preissetzungsmacht auch weit außerhalb des Silicon Valley gedeihen kann.

Werewolf wird zum ereignisgetriebenen Biotech-Trade

Werewolf Therapeutics hat sich von einer Small-Cap-Kuriosität zu einem stark beachteten Corporate-Action-Trade gewandelt.

Das Unternehmen kündigte am 21. August eine Fusion mit Ambros Therapeutics auf reiner Aktienbasis an.

Die Transaktion bewertet Ambros mit rund $500 Mio. und Werewolf mit etwa $47,5 Mio.

Zusätzlich sicherten sich die Parteien eine überzeichnete Privatplatzierung über $150 Mio. unter Führung von RA Capital und Janus Henderson.

Nach dem für das erste Quartal 2027 erwarteten Abschluss will das kombinierte Unternehmen unter Ambros Therapeutics und dem Kürzel AMBX firmieren.

Vorerst achten HOWL-Trader auf den impliziten Umtauschwert, das S-4 und die Aktionärsabstimmungen.

In der Biotechnologie zählen Studiendaten jedoch weiterhin mehr als elegante Deal-Mechanik.

Der Gewinnsprung von Advance Auto hinterlässt blaue Flecken

Advance Auto Parts übertraf beim Gewinn, enttäuschte aber genau dort, wo der Markt Beruhigung suchte: beim Umsatz.

Der bereinigte Gewinn im zweiten Quartal erreichte $1,03 je Aktie und lag damit über der Konsensschätzung von $0,81.

Der Umsatz belief sich jedoch auf rund $2 Mrd. und blieb damit unter den Erwartungen von rund $2,04 Mrd. sowie nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Das Management hob die Prognose für den bereinigten Gewinn auf $2,60 bis $3,30 je Aktie an.

Die Umsatzprognose bestätigte es allerdings mit $8,485 Mrd. bis $8,575 Mrd.

Anleger bemerkten zudem, dass Zinserträge die Margen stützten, was die Verbesserung weniger dauerhaft macht als operativer Hebel.

AAP ist damit ein Trade auf eine Stimmungsverzerrung und keine geradlinige Trendwende.

Bullen können auf eine überverkaufte Gegenbewegung setzen, Bären können Erholungen verkaufen, bis der Umsatz echte Dynamik zeigt.

Rocket Lab verlangt Geduld

Rocket Lab gehört auf thematische Watchlists, auch wenn die Weltraumambitionen Washingtons nicht jede Handelssitzung bewegen.

In politischen Diskussionen ging es um deutlich höhere Startkapazitäten der USA bis 2030.

In diesen Gesprächen kursierten Branchenzahlen von rund 1.000 Starts pro Jahr.

Mehr Starts könnten mit der Zeit die Nachfrage nach Raketen, Satelliten, Bodensystemen und Konstellationsinfrastruktur erhöhen.

RKLB handelt gleichwohl vor allem auf Basis von Aufträgen, Startausführung und unternehmensspezifischen Meilensteinen.

Anleger können hier eine über Jahre angelegte These aufbauen; Intraday-Trader brauchen einen näheren Katalysator.

Worauf es auf der Tafel ankommt

  • AMD: Nach dem Kursziel von $550 durch BMO kann sich Momentum aufbauen, doch Nvidia und maßgeschneiderte Chips bleiben Risiken.
  • DE und NDSN: Beide verbinden stärkere Ergebnisse mit höheren Prognosen, wobei Deere stärker zyklisch exponiert ist.
  • HOWL: Fusionsunterlagen, Abstimmungstermine und klinische Updates bestimmen nun den Ereigniskalender.
  • AAP: Der übertroffene Gewinn zählt weniger, solange der Umsatz stagniert.
  • RKLB: Ein langlaufendes Weltraumthema statt des schnellsten Trades am Freitag.

Andernorts könnte die wiedererlangte Nasdaq-Compliance der SU Group kurzlebige Aufmerksamkeit im Micro-Cap-Segment wecken.

Jupiter Neurosciences bleibt nach der Lizenzierung von ALA-002 und einem Reverse Split im Verhältnis 1:75 ein Biotech-Wert mit hohem Beta.

Walmart bietet derweil weiterhin defensives Wachstum, nachdem der Konzern die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 angehoben hat.

Die klareren Chancen am Freitag konzentrieren sich jedoch auf KI-Hardware, die industrielle Erholung, Biotech-Mechanik und die angeschlagene Stimmung im Einzelhandel.

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