So funktioniert es
Historische (realisierte) Volatilität wird aus vergangenen Renditen berechnet: Standardabweichung der täglichen Log-Renditen, multipliziert mit Wurzel 252 zur Annualisierung. Implizite Volatilität wird rückwärts aus Optionspreisen gelöst: gegeben Strike, Verfall und Basiswert, welche Volatilitäts-Eingabe lässt die Modellausgabe dem Markt-Optionspreis entsprechen. Beide divergieren oft, und die Lücke ist selbst ein handelbares Signal.
Beispiel
S&P 500 30-Tage-realisierte Volatilität kann in ruhigem Markt 12 Prozent annualisiert betragen. Der VIX (30-Tage implizite Volatilität) kann zur gleichen Zeit 15 Prozent betragen. Die 3-Prozent-Lücke ist die Volatilitäts-Risikoprämie, die Optionsverkäufer im Durchschnitt verdienen. In einer Krise kann die realisierte auf 60 Prozent springen, während der VIX 80 Prozent erreicht. Die Vorzeichen kippen auch: 2020 überschritt der VIX in Tagen 80.
Warum es wichtig ist
Volatilität steuert Positionsdimensionierung, Optionspreis und Strategie-Fit. Eine Strategie für 15 Prozent Volatilität bricht, wenn sich die Volatilität verdoppelt. Budgetieren Sie Positionen in Volatilitätseinheiten (Sigma) statt Dollar, um konsistentes Risiko zwischen Regimes zu wahren. Nutzen Sie die Realisiert-Implizit-Lücke als Sentiment-Signal: hohe Implizite mit niedriger Realisierter geht oft Ruhe voraus; hohe Realisierte mit niedriger Impliziter warnt vor Unterbewertung.