So funktioniert es
Für Long-Positionen zahlt der Trader einen Finanzierungssatz gleich einem Benchmark (typisch der relevante Übernachtsatz plus Broker-Spread) auf den Nominalwert minus hinterlegter Marge. Für Short-Positionen erhält der Trader den Benchmark auf Nominal minus Marge, abzüglich eines Broker-Spreads. Netto-Carry kann auf Shorts positiv sein, wenn Benchmark-Sätze den Broker-Spread übertreffen. Index- und Rohstoff-CFDs nutzen eine ähnliche Formel mit Anpassungen für die Finanzierungskosten des Basiswerts. Für Währungspaare entspricht die Finanzierung dem Zinsdifferenzial.
Beispiel
Ein Trader hält eine 100.000-$-Long-EUR/USD-Position mit 5 Prozent Marge (5.000 $). Wenn der Übernachtsatz 5,3 Prozent (USD-Finanzierung) ist und EUR 3,5 Prozent zahlt, ist die Tagesfinanzierung = (5,3 − 3,5) / 360 × 100.000 $ = etwa 5 $ pro Tag Belastung. 30 Tage gehalten, sind das 150 $, also 3 Prozent der 5.000-$-Marge. Auf einer Short-Position erhält der Trader stattdessen das Differenzial. Für Triple-Day-Rollovers (Mittwoch für FX, das Wochenende verrechnend) wird die Finanzierung mal 3 multipliziert.
Warum es wichtig ist
Übernachtfinanzierung verwandelt eine profitable Kurzfrist-These in einen Verlierer, wenn zu lange gehalten. Carry-Trades (long Hochzins, short Niedrigzins) sind profitabel, wenn sonst nichts sich bewegt. Prüfen Sie den Finanzierungssatz immer gegen die erwartete Haltedauer: ein Eintages-Trade ignoriert ihn, ein Sechsmonats-Trade wird davon dominiert. Manche Broker berechnen Finanzierung auch bei geschlossenen Märkten (Samstags- und Sonntags-Rollover); vergleichen Sie Spezifikationen vor Kapitaleinsatz.